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.Von Kriminaloberkommissar Herbert Ittner   

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  õ Kampfhund oder Bodyguard ... !“ .
 

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. . .  so oder so ähnlich sei es erforderlich, schenkt man so manchem selbsternannten Sicherheitsdienstleister  Glauben. Dennoch ist nicht zu übersehen: unter den Problemen, die die Menschen beschäftigen, rangiert die Sicherheit ganz oben.

Wer hat nicht schon  einmal vor den meterdicken Mauern alter Schlossruinen gestanden? Scheinbar uneinnehmbare Festungen, die ihren Bewohnern uneingeschränkten Schutz und Sicherheit geboten haben.

Ausgeschlafene Werbestrategen wecken zunächst Ängste, dann Wünsche und lassen die Menschen schnell zu Kunden werden. Solchen „Strategen“ sind die nüchternen Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik nicht ausreichend. Also geschieht was geschehen soll: der Bürger braucht Angst, er braucht Leidensdruck. Es werden billige Talkshows geschaffen, Zeitungen gefüllt und auch „Zeugen“ und „Opfer“ gefunden, die gern über das schier Unvorstellbare angstvoll berichten.

 

Das sind Kriminalpopulisten, die mit der Realität nicht viel im Sinn haben. 

 

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich davon nicht schrecken. Sie benötigen keinen Bodyguard und Sie brauchen auch keinen Kampfhund zu Ihrem Schutz.

Was man braucht, ist eine sinnvoll individuell abgestimmte Beratung mit Fachkompetenz.

 

Neubau oder Umbau

Besonders in der Planungsphase bieten sich die Überlegungen und Entscheidungen für einbruchshemmende Fenster und Türen geradezu an. Solche Fenster und Türen sind nicht kostenneutral, aber kostenverträglich und sind mit jedem Rahmenmaterial erhältlich, also Holz, Kunststoff,  Aluminium oder Verbundstoffe.

 

Da jede Wohnsituation anders ist und die Einbruchsvorsorge individuell geprüft werden muss, kann pauschal dazu kein allgemeingültiger Rat gegeben werden.

Wichtig ist:  einen definierten Einbruchsschutz erhalten Sie durch geprüfte und zertifizierte Fenster- und Türenelemente. Diese sind beschrieben in der DIN ENV 1627 – 30 ( WK 2 bis WK 6 ) .

Bereits ab der Widerstandsklasse 2 halten solche Elemente mit definierten Einbruchswerkzeugen eine Gesamtprüfzeit von 15 Minuten aus. In der Widerstandsklasse 6 ist die Gesamtprüfzeit schon 50 Minten.

Vergleichbare Sicherheit bieten Fenster und Türen nach der „alten“ DIN 18054.

 

Solche  Elemente haben ein einbruchshemmendes Glas ( i.d.R. Verbundsicherheitsglas ) , Pilzkopfzapfenbeschläge und einen abschließbaren Griff oder einen Griff mit Druckknopf.

Merke: einfache Fenster halten Regen oder Schnee ab, aber keinen Einbrecher. 

 

Benötigen Sie wegen Ihrer persönlichen Situation (aktuelle/allgemeine Bedrohungslage)  durchschusshemmende Fenster, so schauen Sie im "Tipp des Monats Juli 2009".

 

Nachrüstung bestehender Fenster und Türen 

Auch für bestehende Fenster und Türen kann der Einbruchsschutz deutlich verbessert werden.

Ein abschließbarer Griff alleine reicht jedoch nicht aus. Dieser Griff beeinflusst nicht die Beschläge, sondern ist lediglich Schutz gegen sogenannte „Fensterbohrer“ oder bei eingeschlagenem Glas.

Bei neueren Fenstern kann der vorhandene Beschlag gegen Pilzkopfzapfenbeschläge  namhafter Hersteller ausgetauscht werden. Dies sollte jedoch nur von erfahrenen Monteuren gemacht werden.

Alternativ kann man diverse Fensterzusatzschlösser, die es übrigens auch VdS-geprüft gibt, nachrüsten. Meistens sind solche Zusatzschlösser in weiß oder braun erhältlich. Selten in anderen Farben.

Nehmen Sie auch hier keine „Billigware“, sondern kaufen Sie Produkte von namhaften Herstellern, die Prüfzeugnisse vorweisen können und es kommt auf eine fachgerechte Montage an.

 

Vorhandene Haustüren und Nebeneingangstüren kann man bei bestimmten Voraussetzungen mit einer Mehrfachverriegelung umrüsten, die in allen gängigen Stulpbreiten hergestellt werden.

Mehrfachverriegelungen sollten Schwenkriegel haben, aber keinesfalls Rollzapfen.

Wichtig ist, daß die Nachrüstung für Türblätter, Türrahmen, Beschläge und Schlösser sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.

Empfehlenswerte Einsteckschlösser analog der Widerstandsklasse 2 sind in der DIN 18251, Stufe 4, und nach VdS-Klasse B, sinnvoll.

Profilzylinder haben gemäß der WK 2  nach DIN 18254 die Bezeichnung PZ 2/PZ 3 oder nach VdS-Klasse B.

Abschließend ist der Profilzylinder durch einen "Schutzbeschlag mit Ziehschutz" gegen das Herausziehen mit allerhand illegalen Öffnungsmethoden zu schützen. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Aber Achtung: Geben Sie Ihren Schlüssel nicht unkontrolliert in andere Hände. Schnell lassen sich Kopien herstellen.

Sie meinen das geht nicht?? Und wie das geht!!

Straftäter, die Ihr Handwerk verstehen, können noch vor Ort binnen weniger Minuten ausgehärtete Schlüsselkopien herstellen und damit viele Zylinder für Alarmanlagen, Haus- und Bürotüren, spurenlos öffnen. Und wenn Ihnen dann ein hoher Schaden entstanden ist und die Arbeitsweise von der Polizei nicht erkannt wurde, droht Ihnen Ungemach Ihrer Versicherung.

Sehen Sie dazu auch Tipp des Monats Januar 2008.

Gilt Ihr Interesse jedoch eher einem Elektronik-Zylinder, dann schauen Sie sich unseren Bericht im "Tipp des Monats November 2008" an.

 

 

Gitter

Häufig gekippte Fenster (Küchen, Toiletten und Bäder) können mit einem Gitter gesichert werden. Die Stabilität eines Gitters  ist ebenfalls aus den Widerstandsklassen zu entnehmen und ist entscheidend durch eine fachgerechte Montage gewährleistet. Siehe dazu auch DIN 18106.

Die Stähle sollen im Durchmesser bei einem Rundstab 18mm und bei einem Vierkantstab 16 mm x 16 mm sein. Die entstehenden Waben sollen nicht größer als 10 x 25 cm. werden.

 

 

Rollläden

Rollläden haben in der Regel keine einbruchshemmenden Wirkungen und dienen hauptsächlich dem Sicht- und Sonnenschutz. Ausnahmen sind geprüfte Rolläden, die ebenfalls aus den Widerstandsklassen oder der VdS-Klasse N hervorgehen. Bedenken Sie jedoch, dass etwa 90 % aller Wohnungseinbrüche, eher mehr, am Tage passieren. Also zu Zeiten, wo der Rolladen ohnehin oben ist. 

 

Kellerschächte/ Kellerschächte

Solche Abhebesicherungen sind idealerweise aus Flacheisen oder Ketten und sollten tief im Schacht verankert werden. Bei Kunststoffschächten wird die Montage an der Hauswand empfohlen.

 

Garagentore

sind häufig eine Einladung an potentielle Einbrecher. Einfache Sektionaltore oder Schwingtore lassen sich annähernd geräuschlos nach oben drücken und schwupps ist der Einbrecher in der Garage.

Dass man sich damit nicht zufrieden geben muss, erklärt Ihnen Kriminalberatung.de im "Tipp des Monats Mai 2009".

 

Alarmanlage

Wollen Sie Ihren Neubau oder Ihre Bestandsimmobilie mit einer Alarmanlage sichern, lesen Sie zuvor unseren aufschlussreichen Bericht zum Thema.

 

Fotovoltaikanlage

Haben Sie eine eigene Stromerzeugung auf dem Dach, dann treffen Sie Vorsorge, dass die Anlage auch dort bleibt. Fotovoltaikanlagen sind derzeit zum beliebten Ziel so mancher Banden geworden.

 

Allgemeines und noch ein paar brauchbare Tipps

Für den Laien erscheint dies alles recht undurchsichtig und kompliziert. Lassen Sie sich nicht schrecken, eigentlich ist es ganz einfach. Das Schwierigste dabei ist, einen kompetenten und seriösen Partner zu finden. Allein der Hinweis, man sei ein Meisterbetrieb oder man gehöre einer Handwerkskammer  oder einem Sicherheitsverband an, ist noch lange keine ausreichende Referenz.

Hinsichtlich einer kompetenten Sicherheitsberatung ist allein der Hinweis auf die Mitgliedschaft in einem Verband oftmals nicht mehr wert, als ein Jodel-Diplom.

Deswegen: wählen Sie sorgfältig.

 

Einbruchsgefährdete Bereiche sollen beleuchtet sein, insbesondere dann, wenn Sie abends das  Haus verlassen. Mit Licht täuschen Sie Anwesenheit vor.

 

Ihren Versicherungsschutz verlieren oder gefährden Sie wenn Sie beim Verlassen des Hauses/der Wohnung die Abschlusstür nur zuziehen und nicht verschließen und wenn Sie die Fenster in Kippstellung lassen.

 

Wertsachen am besten mit Kaufbeleg in einer Liste erfassen. Schmuck und andere Dinge fotografieren.

Unwiederbringliche Sachen im Bankschließfach aufbewahren oder in einem "Tresor/Panzerschrank/Wertschutzschrank". Solche Safes unterliegen gewerblicher und privater Versicherungseinstufung. Sie unterscheiden sich in Größe und Gewicht, Brandschutz, unterschiedlichen Verschlussmöglichkeiten. Wandtresore müssen unbedingt mit 100 mm Beton allseitig eingemauert werden. Standtresore müssen bis zu einem bestimmten Gewicht am Boden oder Rückwand verankert werden. Bei angeschlossener Einbruchmeldeanlage erhöht sich der Versicherungsschutz.

 

Wenn Sie Ihren Haustürschlüssel verloren haben, wechseln Sie schleunigst den Schließzylinder. Sie riskieren ansonsten  den Schutz Ihrer Hausratversicherung.

Versuchen Sie   n i e , einen ertappten Einbrecher festzuhalten. Lassen Sie ihn laufen und rufen Sie danach schnell die Polizei. Wertsachen sind ersetzbar, Leben und Gesundheit nicht.   

So etwas hat in der zurückliegenden Zeit schon mehrmals zu Exzessen und zu schwersten Verletzungen der Wohnungsinhaber geführt.

 

 
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