| Tipp des Monats Juli 2011 |
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Eine hochkriminelle Betrugsvariante - "Nigeria-Briefe" Kriminalberatung.de klärt auf . Am 27.7.2011 berichtet die Hessenschau in einem kurz gehaltenen Fernsehbeitrag über die so genannten "Nigeria-Briefe". Aber so neu ist diese Betrugsvariante nicht, wenn auch nicht so bekannt wie der Enkeltrick oder die betrügerischen Kaffeefahrten. Dafür aber umso schadensträchtiger. Man nennt sie auch "Vorauszahlungsbetrüger" - "Vorschussbetrüger" . "Nigeria-Connection" - "Nigeria-Scammer" oder "419-Siams" (nach dem Paragrafen 419 in Nigeria)! . Dieses Betrugsphänomen ist den Behörden seit den Achtzigerjahren bekannt. So schreibt das niederländische Institut "Ultrascan", dass beispielsweise die Vorschussbetrüger im Jahr so zwischen 6 bis 7 Milliarden(!) Euro erwirtschaften und mit steigender Tendenz. Lag früher der Schwerpunkt dieser Betrüger in Europa und den USA, so werden sie inzwischen auch in China, Südkorea, Indien u.a. erfolgreich tätig. In Deutschland soll es 24 Betrugsringe mit 455 Mitgliedern geben. Die Polizei in Nigeria schätzt, dass wöchentlich bis zu 35000 Kontakte aus Nigeria als Brief, Fax oder E-Post verschickt werden. Und weiter wird angenommen, dass es in 1 % der Briefe zu Kontakten und als Folge zu Schäden in Millionenbeträgen führt. Auch das Bundeskriminalamt in Wiesbaden geht offenbar von dieser Zahl aus. . Dabei ist die Masche immer ähnlich. Es werden Schreiben versandt, die offiziellen Briefen stark ähneln und den Eindruck vermitteln, sie kämen von einer staatlichen Stelle, einem Anwaltsbüro oder auch von der "Central-Bank of Nigeria" usw. Darin werden Sachverhalte geschildert, die dem Empfänger eine hohe bis sehr hohe Rendite versprechen. Beispielsweise möchte ein einflussreicher nigeriansicher Regierungsbeamter eine hohe Geldsumme außer Landes bringen und sei dabei auf der Suche nach einer seriösen Persönlichkeit über deren Konto er den Transfer abwickeln möchte. Versprochen werden dann bis zu 30% der Transfersumme als Belohnung. Da er aber aktuell verhindert oder inhaftiert sei, bittet man um eine Vorauszahlung des Unkostenbeitrages in sehr unterschiedlichen Höhen - teilweise bis 70-80.000 Euro usw. . Laut Spiegel -online vom 10.10.2005 trug sich der bisher spektakulärste Fall in Deutschland in der Gemeinde Ennigloh/Krs. Warendorf im Münsterland zu. Dort soll der damalige Bürgermeister ungesicherte Kredite für 285.000,--DM an einen Sozialhilfeempfänger gezahlt haben, der ihm dafür 500.000,-- DM versprochen habe. Er müsse, wie Spiegel-online weiter schreibt, nur ein paar Formalitäten bei der Bank of Nigeria erledigen damit ihm 35 Millionen Dollar überwiesen werden könnten, an denen er dann einen Provisionsanspruch habe. Sozialhilfeempfänger und Geld waren dann plötzlich verschwunden und der Bürgermeister verlor als erster europäischer Politiker wegen der Nigeria-Connection seinen Posten. Aber auch in anderen Staaten gibt es schreckliche Vorkommnisse. So soll etwa 2003 ein Opfer dieser Nigeria-Briefe in Prag den nigerianischen Botschafter erschossen haben. Deutsche Behörden schildern, dass die Regierung in Nigeria die Fahndung nach solchen Tätern verschärft, warnen zugleich davor, dass sich deutsche Opfer direkt nach Nigeria wenden. Auch die Kriminalberatung.de rät dringend dazu, solche Straftaten oder deren Versuche bei der deutschen Polizei anzuzeigen. Nur dort wird man ihnen qualifizierte Hilfe geben. Auch ist nicht garantiert, dass die Täter tatsächlich auch in Nigeria sitzen sodern womöglich aus anderen Staaten heraus tätig werden. . Die IHK Stuttgart schreibt beispielsweise unter dem Titel: International - betrügerische Nigeria-Briefe: "Es wird dringend empfohlen, auf diese betrügerischen Schreiben nicht zu antworten, da Briefköpfe oder Angaben zu Bankverbindungen i.d.R. dazu verwendet werden, weitere Betrügereien durchzuführen. Und von einer Kontaktaufnahme sei in jedem Fall abzusehen. Sollten Sie bereits Zahlungen geleistet oder Drohungen erhalten haben, informieren Sie in Deutschland das Bundeskriminalamt oder in Nigeria die "Economic and Financial Crimes Commission (EFCC). Zitat Ende. . Und Facto24.de schreibt zum selben Thema: Die Grundidee sei immer die Selbe - nur jeweils abgestimmt auf die einzelnen Länder. Menschen in China neigen eher dazu, einem angeblichen Lotteriegewinn zum Opfer zufallen, während in Indien eher falsche Arbeitsplatzversprechen Erfolg haben. Wie Facto24 aus einer Untersuchung des niederländischen Instituts weiter berichtet, seien die Opfer selber nicht ganz unschuldig. Sie seien ebenso gierig wie die Täter und immerhin spekukierten die Opfer darauf, die versprochenen hohen Geldsummen auch zu erhalten. . Empfehlung der Kriminalberatung.de Obwohl es mit Nigeria (noch) kein Rechtshilfeabkommen gibt, gehen Sie in einem konkreten Vorkommnis auf jeden Fall zu einer Dienststelle der deutschen Polizei. Maßgeblich ist das "deutsch-britische Rechtshilfeabkommen vom 20.3.1928" und die dazu erlassene Ausführungsverordnung vom 5.3.1929. Dort hat man die erforderliche Sachkenntnis, das entsprechende Hintergrundwissen und diese Hilfe ist für Sie kostenlos. Nur das hilft Ihnen zunächst mal. Ob aber Ihre Ansprüche jemals gesichert werden können und Sie schadlos aus der Angelegnheit herausgehen werden, wird Ihnen niemand garantieren können. . Ihr Herbert Ittner
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