Schlagschlüsseltechnik muß kein Risiko sein!

Als in der Sendung „plusminus“ ein Beitrag gezeigt wurde, wie leicht man mit einem sogenannten „Schlagschlüssel“ Profilzylinder überwinden und Haustüren öffnen kann, stand das Telefon bei uns nicht still. Viele besorgte Bürginnen und Bürger erkundigten sich dahingehend, ob es denn tatsächlich so einfach und leicht ist wie man es in der Sendung sehen konnte und warum solche Schlagschlüssel überhaupt verkauft werden dürfen.

Dazu wird folgendes festgestellt:

Einfache Standardzylinder haben im Privatbereich und leider auch in gewerblichen Objekten eine sehr hohe Verbreitung. Schlagschlüssel können für fast alle einfachen Zylinder hergestellt werden. Diese Öffnungsmethode ist aber in Fachkreisen nicht so neu wie sie dargestellt wurde und es gibt allerlei wirksame und kostengünstige Möglichkeiten, sich gegen diese Art von Einbruchsdiebstählen zu schützen. Hersteller und Polizei weisen immer wieder auf solche Möglichkeiten hin. Bei der Schlagschlüsseltechnik wird ein gefräßter Schlüsselrohling in den Schließkanal bis kurz vor den letzten Gehäusestift geschoben und mit einen oder zwei leichten Schlägen über die Gehäusestifte getrieben. Für den Bruchteil einer Sekunde schnellen die Kern- und Gehäusestifte auf die Trennlinie und die Schließnase im Zylinder kann gedreht werden. Das klingt für den Laien vielleicht kompliziert, ist aber mechanisch ein einfacher und logischer Vorgang. Das Problem liegt eher im versicherungsrechtlichen Bereich. Wenn bei einem Einbruchsdiebstahl keine Einbruchsspuren gefunden werden, gibt es mindestens Regulierungsprobleme bei der Schadensabwicklung. Das selbe Problem entsteht übrigens auch bei der Methode „Elektropick“, eine ebenfalls spurenlose Öffnungsmethode, bei der statt des Schlagschlüssels eine batteriebetriebene Stahlnadel in den Schließkanal eingeführt wird und bei einer entsprechenden Schlagfrequenz den Zylinder frei gibt. Beide Methoden sind durch eine moderne Kriminaltechnik nachweisbar.

Plusminus Sendung “Schlagschlüssel”

Der beste Schutz gegen die genannten Öffnungsmethoden und andere Überwindungsmöglichkeiten sind geprüfte und zertifizierte Profilzylinder, beispielsweise der VdS-Klassen A,B oder B-plus. Diese Zylinder erkennt man am VdS-Logo (Verband der Schadenversicherer), der Typenbezeichnung und der VdS-Klasse. Eine weitere Prüfnorm ist die DIN 18252, Klasse 2 und Klasse 3.

Andere Prüfinstitute neben dem VdS in Köln sind DIN-Certco Berlin und PIV Cert Velbert.

Ein hilfreicher und kostengünstiger Schutz ist ein Schutzbeschlag, der den Zylinder abdeckt und schützt. Ebenfalls hohen Schutz gegen „Picking-Methoden“ und andere Öffnungstechniken bieten Elektronikzylinder, die durch eine hochwertige Mechanik und einer intelligenten Elektronik diversen Einbruchsmethoden Widerstand leisten. Solche Elektronikzylinder sind inzwischen einfach und leicht programmierbar und immer mehr auch im Privatbereich nachgefragt.

Das Foto zu diesem Bericht zeigt:
Nummer 1: Originalschlüssel für dieses Zylinderprofil.
Nummer 2: Schlagschlüssel

schlagschluesseltechnik

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