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Tresor und Waffenschrank Ratgeber

Auf diesem Gebiet, verehrte Leserinnen und Leser, können Sie viel verkehrt machen wenn Sie sich nicht punktgenau an Daten, Normen und Vorschriften halten. Vor allem dann, wenn diese Schränke waffenrechtliche oder versicherungsrechtliche Bedeutung haben! Sie werden in meinem Tresor Ratgeber noch konkret dazu etwas lesen. Umgangssprachlich heißen sie alle Tresor, sind aber Wertschutzschränke, Panzerschränke, Waffenschränke oder Safes mit eigens zugeordneter Bedeutung. Ein Tresor ist ein besonders abgesicherter und gepanzerter Wertschutzraum, also Bauten oder Teile von Gebäuden  ( Bsp. Tresorraum in einer Bank ). Alle anderen mobilen Sicherheitsschränke gibt es in sehr unterschiedlicher Beschaffenheit schon weit mehr als 100 Jahre.

Tresor und Waffenschrank Test 2017

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Anfangs haben die Hersteller ihre Erzeugnisse selber klassifiziert und erst viel später wurden allgemeingültige Normen entwickelt.

Klassifizierungen

  1. VdS ( Verband der Schadenversicherer ) Klasse N und Grad I bis X. Wertschutzräume haben beim  VdS neun Sicherheitsgrade. – siehe dazu VdS-Liste 2335 – 2005-01
  2. VDMA 24990 ( Verband  Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer ) ist ein deutsches Normenwerk mit schwindender Bedeutung zugunsten der Europa-Norm. Nach VDMA gibt es die Sicherheitsstufen A, B,C1, C2, D 10, D 20 und E 10
  3. Europa-Norm gemäß EN 1143-1 und EN 14450 in den Klassen S1, S2 und in den Klassen 0 bis V
  4. ECB.S: European Certification Board – Security Systems ist ein neutrales Zertifizierungsorgan nach EN 45001 Der ECB.S setzt sich zusammen  aus Vertretern der Hersteller, der Versicherung und der Benutzer.
  5. Weitere Unterschiede liegen in der Versicherungseinstufung auch zwischen gewerblicher und privater Nutzung. Beispiel: Liegt der Versicherungsschutz eines Schrankes bei gewerblicher Nutzung für Bargeld bei 375.000,– €, so liegt er bei einer privaten Nutzung bis 1.000.000,00 €.

Das ändert sich noch mal zu Gunsten des Versicherungsnehmers, wenn das Gebäude/der Raum mit einer anerkannten Einbruchmeldeanlage abgesichert ist.

Ganz wichtig vor dem Kauf eines Panzerschrankes ist eine  schriftliche Versicherungssanfrage; und zwar beim Unternehmen und nicht beim Vertreter. Denn  in kaum einem Bereich der Sicherheitstechnik gibt es so viel Unwissenheit wie auf dem Gebiet der Panzerschränke.

Montage

Der Montage kommt eine besondere Bedeutung zu. So muss ein Wandtresor, soll dieser eine versicherungsrechtliche Bedeutung haben, mit 10 cm. Beton Typ B 45 ummantelt werden Es reicht nicht aus, sie einfach passgenau in eine Mauerlücke mit etwas Mörtel einzubringen.

Auch Standgeräte von bis zu 1000kg. Eigengewicht müssen nach Herstellerangaben zusätzlich verankert werden. Da soll man sich durch das Gewicht nicht täuschen lassen. Es hat Fälle in der Bundesrepublik gegebenen, wo Einbrecherbanden Panzerschränke von mehr als 11 Zentnern abtransportiert haben.

Feuersichere Tresore

Die meisten doppelwandigen und mit Beton gefüllten Tresore haben standartgemäßen Feuerschutz bis zu Temperaturen, wie sie bei einem „normalen“ Gebäudebrand entstehen können.

Werden in diesem Gebäude Chemikalien gelagert und sind somit Themperaturen von mehr als 1000 Grad möglich, so sind Schränke mit geprüftem Feuerschutz erforderlich.

Versicherungsrechtlich anerkannte Wertschutzschränke und Wertschutzräume siehe Richtlinie VdS Nr. 2335 in der jeweils aktuellen Fassung.

In dieser Richtlinie sehen Sie neben Vertriebsfirmen die Beschreibung einzelner Schränke nach Größe und Gewicht.

Waffenschränke

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Aufbewahrung von Schusswaffen in besonders gesicherten Räumen oder Behältnissen ergeht aus dem § 36 des Waffengesetzes.

Ein Waffenschrank ist zunächst ein ganz normaler Stahlschrank jedoch mit besonderer Inneneinrichtung wie z.Bsp. Waffenhalter, Halteklammern und extra abgetrennte und verschließbare Fächer für Munition.

In Familien und in Schützenvereinen darf der Berechtigte den Zugriff   n u r   ebenfalls berechtigten Personen gewähren. Als wesentliches Schutzgut steht die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Mittelpunkt ( § 1 u. 8 Abs. 1 WaffG. )

Aufbewahrungsbeispiele

  1. bis 5 Kurzwaffen Behältnis gem. DIN EN 1143 – 1 Widerstandsgrad 0  oder Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand: Mai 1995 )
  2. bis 10 Kurzwaffen wie oben, aber Mindestgewicht von 200 kg oder Verankerung.
  3. Bis 10 Langwaffen Behältnis nach VDMA 24992 – A (Stand Mai 1995)
  4. Mehr als 10 Langwaffen wie oben jedoch B-Schrank oder Behältnis nach Norm DIN EN 1143 – 1, Widerstandsklasse 0
  5. Mehr als 30 Kurzwaffen Behältniss nach DIN 1143 – 1 Widerstandsgrad III oder mit    Einbruchmeldeanlage bei Widerstandsgrad 0 oder 1 usw. usw.

Die genannten Anforderungen gelten auch für Schützenhäuser. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten ist, insbesondere bei Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Kurzwaffen, zusätzlich eine Einbruchmeldeanlage vorzusehen. Hierbei muss es sich um eine Alarmanlage gemäß DIN VDE 0833 (Teil 1 und 3) und den Richtlinien der VdS-Schadenverhütung mindestens Klasse B handeln.

Es sei hier aber dringend angeraten, sich mit der jeweils örtlich zuständigen Waffenbehörde in Verbindung zu setzen.

Waffenräume

Wenn die Nenndicke des Mauerwerks, die Druckfestigkeit des Mörtels und die Festigkeitsklasse des Stahlbetons gegeben sind, können Waffenräume auch mit einer Tür gesichert werden.

Das können

a) einbruchshemmende Türen gem. DIN ENV 1627 Widerstandsklasse 4 oder 5

b) Waffenraumtüren geprüft nach DIN EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 oder 1

sein.

In jedem Fall Einzelfallprüfung erforderlich.

Panzerknacker: Kennen wir alle aus Comics. Dort haben übergewichtige Männer in gestreifter Sträflingskleidung und Augenklappen locker und leicht die Tresore in Entenhausen geleert.

Heute tragen die Panzerknacker zwar keine sichtbare Sträflingskleidung mehr, aber es gibt sie immer noch.

Lassen Sie sich nicht von den dicken Wänden und dem hohen Gewicht von einem Tresor beeindrucken. Ich kenne Fälle, in denen mobile Panzerknacker Schränke mit hohen Eigengewichten in den nächst gelegenen Wald transportiert und dann mit Eisenkeilen, Schlagäxten und ähnlichen Hilfswerkzeugen die hinteren Tresorwände herausgeschlagen haben. Das ist eine sogenannte kalte Arbeit.

Von heißer Arbeit spricht man, wenn zum illegalen Öffnen der Schränke ein Schneidgerät (Schweißgerät) benutzt wurde.

Und noch eine, vielleicht etwas unbekannte, Arbeit der Straftäter führt häufig zum Erfolg: es ist der Einsatz von Kernbohrgeräten.

Das sind mit Diamanten besetzte hohle Bohrkronen, die, wenn man sie legal benutzt, zum Öffnen von Löchern in Stahlbetondecken gebraucht werden.

Solche Bohrvorrichtungen müssen zwischen dem Schrank und Boden/Wand/Decke eingespannt, hydraulisch bedient und beim Bohren gekühlt werden.

Diese Kernbohrgeräte sind oftmals zuvor auf Großbaustellen gestohlen worden.

Änderungen und Reparaturen

Durch unterschiedlichste Anlässe und/oder Überalterung werden Wertbehältniss, Waffenschränke etc. erweitert, verändert oder im Schlossbereich mit anderer Technik versehen.

Aber Achtung: solche Veränderungen oder Umrüstungen dürfen  nur  auf der Grundlage der VdS Merkblätter 5004 und Druckstück 3532 geschehen. Damit hat der Hersteller der Behältnisse festzuschreiben, ob

a) die getroffenen Massnahmen die Einbruchhemmung reduzieren

b) die VdS-Anerkennung erlischt, gemindert ist oder bestehen bleibt

c) wer die Umrüstung durchführen darf,

und, und, und.

Mehr dazu lesen Sie im s+s report 4/2008 (siehe dazu www.vds.de Autor: Dipl.Ing. Klaus-Dieter Apfel)

Sie sehen also, es macht Sinn sich mit dem diesen Ratgeber ausführlich zu beschäftigen und dem Thema ausreichend Zeit zu widmen.

Wichtig ist, dass Sie sich an die vorgegebenen Daten und Normen halten!

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